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Licht

  • hohe Abbildungsleistung
  • äußerst kompakt und leicht
  • AF ausreichend schnell
  • guter Nahbereich
  • preiswert


Schatten

  • weiche Ecken im Weitwinkel bei FX
  • Fassung nicht sehr stabil
  • kein Eingreifen in den AF möglich

Tamron SP AF Aspherical XR Di LD (IF) 28-75mm 1:2,8 Macro

01 2009

Die Auswahl vernünftiger Standartzooms für das FX Format ist ja zur Zeit bekanntlich sehr dünn gesät. Vor allem, wenn man eine kompakte und günstige Alternative zum AF-S 2,8/24-70 sucht. Das Tamron 2,8/28-75 könnte so ein Kandidat sein, dachte ich mir, zumindest als Überbrückung. Deshalb wollte ich dieses Objektiv genauer unter die Lupe nehmen.


Erster Eindruck:

Was gleich sehr positiv auffällt, ist die geringe Baugröße und das niedrige Gewicht, beachtlich für eine lichtstarke und für das Kleinbildformat geeignete Linse. Die Fassung besteht fast ausschließlich auf Kunststoff und wirkt natürlich nicht so hochwertig wie eine Nikon-Profilinse, dennoch macht sie aber einen etwas besseren Eindruck auf mich als das Tamron 2,8/17-50.


In der Praxis:

So ein kompaktes Objektiv ist äußerst praktisch für unterwegs, nur wie sieht es mit der mechanischen Belastbarkeit aus? Mein Exemplar habe ich gebraucht erstanden, und da es eben schon benutzt wurde, ist der Zoommechanismus etwas zu leichtgängig, beim Tragen fährt der Tubus von alleine heraus. Das dem Objektiv eine Verriegelung spendiert wurde, die dieses Herausfahren verhindert, ist nur ein kleiner Trost.
Der Autofokus findet schnell und sicher die Schärfe, ein Eingreifen in den AF ist nicht möglich, der Zoomring läuft überraschenderweise geschmeidig, der Weg ist aber konstruktionsbedingt sehr kurz. Angenehm ist die kompakte Gegenlichtblende, die verkehrt aufgesetzt die Ausmaße des Objektivs nur unwesentlich vergrößert. Mit einem Nahbereich von nur 33cm kann man auch schon das eine oder andere Makromotiv einfangen.


Optische Eigenschaften:

Was mich zum Staunen brachte, ist die hervorragende Offenblendleistung in der Bildmitte. Schon bei f2,8 kann man sehr zufrieden sein, und die Unschärfendarstellung ist ganz passabel. Allerdings sind am Kleinbildformat im Weitwinkelbereich deutliche Schwächen am Rand erkennbar, die durch Abblenden nur teilweise behoben werden können. Das ist für mich vor allem bei Landschaftsfotos störend, denn die vielen kleinen Details sollten auch noch am Bild erkennbar sein. Für Portraits ist das hingegen weit weniger tragisch, da sich da der Rand ohnehin im Unschärfenbereich befindet.


Fazit:

Seit der D700 hat die schon länger erhältliche lichtstarke Linse von Tamron eine Renaissance erfahren, da Nikon noch kein tragefreudiges und dennoch gutes Standardzoom für das digitale Kleinbild auf den Markt gebracht hat. Die Kunststofffassung wirkt einigermaßen robust, leiert mit der Zeit aber etwas aus. Für das Crop-Format würde ich diese Linse auch uneingeschränkt empfehlen, sofern man sich mit der Brennweitenvergrößerung arrangieren kann, am FX-Format gibt es aber sichtbare Schwächen am Rand. Kein Problem für Portraits, da ist die hohe Schärfe in der Bildmitte ein großer Vorzug, für die Landschaftsfotografie finde ich das Objektiv weniger geeignet, da verschenkt man schon mit den „nur“ 12 Megapixeln der D700 einiges an Bildqualität im Randbereich. Schade eigentlich, jetzt muß ich mich weiter auf die Suche nach einer kompakten Alternative zum Nikkor 24-70 machen.