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Licht

  • gute Abbildungsleistung für ein Fisheye
  1. tolle Effekte möglich
  2. robuste Fassung
  3. sehr guter Nahbereich


Schatten

  • relativ weich am Rand
  • Farbsäume

Sigma 8mm 1:4 D EX Fisheye 180°

05 2008

Das 8mm Fisheye ist in der kreativen Fotografie bei den digitalen Crop-Kameras etwas in den Winterschlaf versetzt worden, weil der Einsatz mit diesen Gehäusen nicht viel Sinn macht. Das kreisrunde Bild wird oben und unten nämlich etwas beschnitten. Allenfalls für Kugelpanoramen macht der Einsatz Sinn. Da aber Nikon mit FX wieder zum kleinbildgroßen Format zurückgekehrt ist, sind solche Linsen wieder interessant geworden.


Erster Eindruck:

Das Objektiv ist durch die große Frontlinse relativ schwer, aber sehr kompakt. Die Fassung macht einen guten Eindruck. Schraubt man die Linse auf ein Gehäuse, merkt man, daß es anfangs gar nicht so einfach ist, damit umzugehen. Allzu leicht macht man ungewollte Selbstportraits, da mit 180° Bildwinkel schon mal die Füße mit drauf sind, wenn man nicht aufpasst.


Im Einsatz:

Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase macht es richtig Spaß, damit zu arbeiten. Ein zikulares Fisheye verlangt zwar sorgfältiges Arbeiten, dafür sind aber der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Geeignete Motive in der Natur zu finden, ist eine große Herausforderung aber durchaus möglich. Die Bildwirkung ist extrem. Aufpassen muss man vor allem beim eigenen Schatten und auch bei der Sonne. Nachts bei Langzeitbelichtungen hat man diese Probleme natürlich nicht. Der Nahbereich ist außerordentlich gut, man kann das Motiv schon beinahe mit der Frontlinse berühren. Nicht selten liege ich auf dem Boden und fotografiere gegen den Himmel, hier gelingen besonders ansprechende Fotos.


Optische Eigenschaften:

Bei solchen Objektiven liegt der Schwerpunkt eher im Effekt als in der perfekten Abbildungsleistung, denn konstruktionsbedingt sind sie keine Auflösungswunder. Trotzdem ist die Bildqualität in Ordnung, wenn auch nicht überragend. Man sollte unbedingt ein bis zwei Stufen abblenden, um eine möglichst homogene Schärfe zu erhalten. Die Ränder haben eine etwas niedrigere Auflösung. Der Farbsaum ganz am Rand ist bei diesen Objektiven leider unvermeidlich, lässt sich aber durch späteres Maskieren am PC leicht beheben. Ebenso sind mir bei Aufnahmen gegen die Sonne manchmal störende Reflexionen außerhalb des 180° Bildkreises aufgefallen, die sich nachträglich mit einem entsprechenden Bildbearbeitungsprogramm entfernen lassen. Auf einer Cropkamera kann man durch späteres Beschneiden ein rechteckiges Bild mit einem diagonalen Bildwinkel von 180° erhalten. Das hab ich anfangs mangels FX- Kamera auch gemacht , allerdings darf man sich da keine Wunder erwarten, da die Auflösung für Ausschnittsvergrößerung doch etwas problematisch ist. Natürlich geht das als Notfall, das Nikkor 10,5mm 180° Fisheye ist da aber die weit bessere Alternative.



Fazit:

Leicht ist es nicht, diesem Effektobjektiv in der Naturfotografie gelungene Aufnahmen zu entlocken, mit Geduld und sauberem Arbeiten lassen sich aber eindrucksvolle Bilder bewerkstelligen. Die Bildqualität ist konstruktionsbedingt nicht ganz perfekt, aber durchaus ausreichend, um mithilfe des extremen Bildwinkels den Betrachter ins Staunen zu bringen.