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Licht

  • herausragende optische Eigenschaften
  • AF leise und für ein Macro schnell
  • manuelles Eingreifen in AF möglich
  • robuste und hochwertige Fassung
  • abnehmbare Stativschelle
  • konvertertauglich


Schatten

  • bei manchen Modellen AF-Probleme

Sigma 180mm 1:3,5 APO MACRO EX HSM D

Möchte man Insekten und andere kleine Tiere mit Fluchtdistanz ablichten, wird man nicht um ein solches Telemakro kommen.
Einmal in Besitz genommen, entpuppt sich die Linse auch für andere Motive als ideales Werkzeug.
Mein Kaufgrund waren vor allem die Libellen, die nur schwer zu fotografieren sind, wenn man sie nicht gerade in der Kältestarre "erwischt". Ich hatte mich vorher mit einem Telezoom (70-300) mit Nahlinse gequält, was grundsätzlich optisch gar nicht zu unterschätzen ist, jedoch bei beweglichen Motiven ist es eher schwierig, da man mit Nahlinse eben nur im Nahbereich scharfstellen kann. Ist das Motiv etwas weiter weg, müsste man die Nahlinse wieder runterschrauben, kommt es plötzlich näher, wieder raufschrauben usw... Außerdem erleichtert eine Stativschelle das Arbeiten enorm. Die fehlt leider bei den meisten 105mm Makroobjektiven. Als ich die Linse erhalten habe, war ich von der soliden Verarbeitung sehr beeindruckt. Das Objektiv vermittelt Wertigkeit und ist für so eine Brennweite kompakt und leicht.
Auf meine F5 geschraubt, ist mir sogleich eine Unsicherheit beim AF aufgefallen. Er ruckelte etwas und fand nicht gleich die Schärfe. Zwei Mal habe ich das Objektiv beim Händler ausgetauscht und jedes Mal der gleiche Fehler. Dann habe ich es zum Sigma-Service eingeschickt, und schließlich wurde es in Japan auf Garantie repariert. Als ich es nach etwas Wartezeit wieder bekam - siehe da - der AF fokussiert schnell und präzise.


Im Einsatz:

Bei diesem Objektiv ist in den meisten Fällen ein Stativ Pflicht. Abgesehen vom Verwacklungsproblem ist die Schärfentiefe so gering, dass wenige Millimeter vor oder zurück ein scharfes Bild verhindern würden. Was sich gleich als sehr praktisch erwies, war die Stativschelle. Leicht kann man den Bildausschnitt optimieren, ohne ständig das Stativkopf verstellen zu müssen. Der Scharfstellring läuft geschmeidig und macht das manuelle Fokussieren zum Vergnügen. Der Schneckengang ist zwar etwas steil, aber ich habe keine Probleme, exakt die Schärfe zu finden. Das Objektiv hat eine Innenfokussierung, dadurch bleibt die Baulänge gleich und die Frontlinse dreht sich nicht (ideal für den Einsatz von Polfiltern). Die mitgelieferte Sonnenblende ist lang und bietet ausreichend Schutz gegen Streulicht.
Der AF ist dank Ultraschallmotor flüsterleise und für ein Makroobjektiv auch sehr schnell. Es lässt sich jederzeit manuell eingreifen. Mit dem Fokussierbereichsbegrenzer lässt sich der Scharfstellvorgang noch etwas zu verkürzen. Auch mit dem 1,4x Konverter von Sigma läuft der AF sicher und schnell, unterhalb von 3m schaltet er sich automatisch ab und es kann manuell fokussiert werden.


Optische Eigenschaften:

Offenblendig ist es spürbar weicher, ab Blende 5,6 erreichen Kontrast und Schärfe Spitzenwerte. Stark abgeblendet (ca. ab Blende 22) kommen dann die üblichen Beugungsfehler zum Tragen. Auch mit dem 1,4x Konverter sind die Ergebnisse noch einwandfrei, beim 2x Konverter gibt es dann gewisse Einbußen. Der Hintergrund zerfließt in Unschärfe und wird durch die neun Blendenlamellen sehr homogen dargestellt. Die hervorragende Bildqualität ist auch auf einer DSLR gewährleistet, störende Farbfehler sind nicht zu entdecken.


Hier einige Beispielbilder:


Fazit:

Ideales Objektiv für scheues Kleingetier, es lassen sich aber auch Pflanzen schön freistellen. Dies ist eines der schärfsten Makroobjektive, es steht den wesentlich teureren Originallinsen um nichts nach. Außerdem ist es mit dem schnellen HSM-Motor ausgestattet und erlaubt die Verwendung von Konvertern.